Wie stärken wir junge Menschen wirksam gegen Antisemitismus? Mit den Zeugen der Zeitzeugen-Aktiv-Tagen.
Im bundesweiten Pilotprojekt werden Lehrkräfte befähigt, gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern Aktivtage gegen Antisemitismus zu gestalten. Durch persönliche Begegnungen mit Schoah-Überlebenden, ihren Nachkommen und weiteren Gesprächspartnern entstehen nachhaltige Zugänge zu Erinnerungskultur, jüdischem Leben und demokratischer Verantwortung.

4 Online-Fortbildungen für Lehrkräfte
4 Online-Bildungsveranstaltungen für Lernende
Vor Ort durch Lehrkräfte
Bildung zur Schoah:
Die Schoah - hebräisch für "Katastrophe" - bezeichnet die systematische Verfolgung und Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Regime sowie seiner weltweiten Helfer. Doch der Massenmord begann nicht mit den Vernichtungslagern. Ihm gingen gesellschaftliche Krisen, der Aufstieg des totalitären Nationalsozialismus sowie die schrittweise Diskriminierung, Entrechtung und Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden voraus.
In dieser Bildungseinheit geht es um die Vermittlung der Entstehung des Nationalsozialismus und der systematischen Verfolgung der Jüdinnen und Juden in Europa. Darüber hinaus wird eine Sensibilisierung für die Gefahren von Rassenhass und Antisemitismus sowie die Stärkung demokratischer Werte gefördert.
Bildung gegen Antisemitismus:
Antisemitismus ist gemäß der Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegen jüdische Einzelpersonen und Institutionen sowie auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, richten kann.
In dieser Bildungseinheit wird dargelegt, wie sich der Antisemitismus in neuem Gewand zeigt und zugleich auf dem jahrhundertealten Judenhass aufbaut. Es werden Zahlen und Beispiele zum aktuellen Antisemitismus und seinen unterschiedlichen Formen vermittelt, insbesondere zur weltweiten Antisemitismuswelle nach dem 7. Oktober 2023. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, was israelbezogener Antisemitismus ist und wie er sich von legitimer Kritik an israelischer Politik unterscheidet.
Bildung zu Israel und zur weiteren Region des Nahen Ostens:
Der Staat Israel wurde 1948 in einem Teil des ehemaligen Britischen Mandatsgebiets Palästina gegründet und war Zufluchtsort für Überlebende der Schoah und jüdische Flüchtlinge aus arabischen Staaten sowie aus vielen weiteren Ländern. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern bzw. Arabern hat jahrzehntelang bis in die Gegenwart den Nahen Osten geprägt ("Nahostkonflikt"). Es kam aber auch zu Friedensvereinbarungen einzelner arabischer Staaten mit Israel.
In dieser Bildungseinheit werden der Kontext der Entstehung des modernen Staates Israel bis zurück ins 19. Jahrhundert vermittelt, die Dynamiken der Region genauer aufgezeigt und die aktuellen Auseinandersetzungen von Gaza über den Libanon bis zum Iran eingeordnet. Dazu gehen wir auch auf Allianzen in anderen Bereichen ein. Dabei geht es um Perspektiven der Verständigung für Koexistenz und Frieden im Nahen Osten.
Bildung zu Judentum und jüdischem Leben heute:
Jüdisches Leben in Deutschland reicht mindestens 1.700 Jahre zurück. Insbesondere seit der Aufklärung haben Jüdinnen und Juden den deutschsprachigen Raum in Wissenschaft, Religion, Kultur, Politik und Gesellschaft maßgeblich mitgeprägt - und tun dies bis heute.
Ziel dieser Bildungseinheit ist es, die Vielfalt des Judentums kennenzulernen. Dazu nutzen wir Biographien, die von Deutschland in die ganze Welt führen. Auf diese Weise wird sichtbar, welchen gesellschaftlichen Beitrag Jüdinnen und Juden geleistet haben und immer noch leisten. Dieses Wissen ist auch deshalb wichtig, weil das durch die Schoah verlorene kulturelle und geistige Erbe nur angemessen gewürdigt werden kann, wenn wir das vielfältige jüdische Leben davor und danach verstehen.
www.zdz-aktiv-tage.de
Start: Info-Veranstaltung online am 01.10.2026 von 18 - 20 Uhr; Laufzeit: Juli 2026 bis Juni 2027
kostenlos sind die Online-Fortbildungen, die Online-Bildungsveranstaltungen und die Materialien inklusive zweier Bildungshandbücher für teilnehmende Schulen und Hochschulen
Es gibt zum Abschluss einen Preis für drei ausgewählte, durch Lehrkräfte vor Ort geleitete Projekte



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